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Mit dem Fahrrad um den Bodensee :)

Vor kurzem bin ich von einer Fahrradtour um den Bodensee zurückgekommen und es war echt cool!

Ich war insgesamt 9 Tage unterwegs, hab über BeWelcome, Trustroots und Warm Showers bei verschiedenen Gastgebern geschlafen und insgesamt nur um die 40 € gebraucht – wenn ich die 30€ für die Registrierung von warmshowers nicht hinzuzähle).

Von mir daheim ging es los über Radolfzell, Stein am Rhein nach Konstanz und von da über die schweizer Seite nach Hohenems, dann über Bregenz, Lindau, Friedrichshafen, Überlingen und Sipplingen wieder zurück 🙂

Insgesamt waren es um die 500 km und das ist eine grobe Einzeichnung der Strecke.

Hier sind ein paar Bilder von den ersten Tagen:

Es war immer sehr heiß, deswegen hab ich geschaut, dass ich vor allem morgens und abends viel unterwegs bin und mittags entweder irgendwo im Schatten in der Hängematte chille oder in der Sonne liege und im See mich abkühlen kann 😉

Ich hatte ein Zelt und einen Schlafsack dabei, hab das Zelt aber überhaupt nicht und den Schlafsack nur 1 mal gebraucht, weil ich immer bei Gastgebern von Trustroots, BeWelcome oder Warmshowers schlafen konnte. Das sind Plattformen, die so funktionieren, wie Couchsurfing, das jedoch mittlerweile kommerziell geworden ist. Vielleicht hast du noch nie davon gehört, deswegen will ich hier ein paar Erfahrungen teilen, die auch mit zu meinen Highlights gehören:

Appenzeller Land

Hier hab ich bei einer Frau geschlafen, die einen Bauernhof in der Ukraine hatte und über Workaway Freiwillige (Volunteers) aus der ganzen Welt angenommen hat, die ihr bei verschiedenen Sachen geholfen haben.

Ich hab nicht nur einen Schlafplatz und Essen bekommen, sondern ich hab auch einen Einblick in ihr Leben und das Appenzeller Land bekommen:

Sankt Gallen und der Rheinspitz

Sankt Gallen ist eine Stadt, wie jede andere auch (viel Verkehr, Lärm, Einkaufsläden etc.), aber dort war ich an einem Weiher baden und hatte einen nicen Ausblick über die Stadt. Am Rheinspitz war ich auch, aber das hat sich nicht soo gelohnt, also es gibt ne schöne Aussicht, da man ziemlich viel in die Mitte des Sees fährt, aber das sind dann auch extra 10 km (hin und zurück):

Vorarlberg

In der Region Vorarlberg in Österreich hatte ich einen tollen Gastgeber, mit dem ich nicht nur containern war, sondern auch auf dem Berg „Hohe Kugel“ mit 1645 m. Da sind wir dann mal 1200 Höhenmeter hochgelaufen – ich bin wieder runter gelaufen und er ist mit dem Gleitschirm runter geflogen:

Unsere handelsbasierte Gesellschaft

Auf so einer Reise lernt man auch immer mehr die Welt kennen und sei es in Nepal oder um den Bodensee – überall sind die Auswirkungen unserer handelsbasierten Gesellschaft spürbar, mal mehr, mal weniger.

Verschwendung

Von Lebensmittelverschwendung hast du bestimmt schon mal gehört, aber nur auch einen Bruchteil davon zu sehen, ist dann doch nochmal interessant. Hier sind ein Teil der Lebensmittel, die ich mit einem meiner Gastgeber an nur einem Abend bei nur 2 Supermärkten gerettet habe:

Wir haben ziemlich leckere Sachen daraus gemacht 😉

Ein anderes Beispiel von massiver Verschwendung sind die ganzen Boote, die ich gesehen hab. Wir produzieren einen Überfluss an so ziemlich allem und die meisten Menschen haben keinen Zugriff darauf, weil sie entweder kein Geld dafür haben oder keine Zeit haben (weil sie wahrscheinlich arbeiten sind). Und so kommt es, dass Hunderte, ja sogar Tausende Boote in verschiedenen Häfen am Bodensee herumstehen und entweder sehr selten oder vielleicht auch gar nicht benutzt werden:

Rüstungsbranche am Bodensee

Interessanterweise gibt es in der Bodenseeregion Dutzende Firmen, die in dieser Branche ihr Geld verdienen (Quelle). Panzer, Waffen, Munition etc. – das wirft diese landschaftlich so schöne Region in ein ziemlich hässliches Licht.

Aber was halt Geld bringt, bringt halt Geld… und sichert Arbeitsplätze 😉 diese Denkweise ist soo zurückgeblieben. Jetzt mal ehrlich.

Zerstörung, Umweltverschmutzung etc.

Natürlich gibt es soweit ich weiß keine ursprünglichen Wälder oder Landschaften mehr. So gut wie alles ist von uns Menschen eingenommen, verändert, zerstört. Einige Radwege sind neben Straßen gelegen und der Verkehr nervt. Wie viel cooler wäre es, wenn wir einfach weniger, dafür selbstfahrende Autos hätten und auch mehr Züge und Busse, die alle frei zur Verfügung stehen!

Schaffe schaffe Häusle baue

Das beschreibt die schwäbische Kultur sehr gut. Geht aber genauso auf der schweizer Seite so zu, wo alles wie ein „Schweizer Uhrwerk“ funktioniert und garantiert geht’s auch im Vorarlberg vielen Leuten darum, mehr und mehr Geld zu machen. Die Wirtschaft muss boomen…

Ein Gastgeber von Trustroots hat mir erzählt, wie es den meisten um den Leistungsgedanken geht – wenn sich Leute treffen wird so gut wie immer über die Arbeit und das Geschäft geredet. Wenn du keinen angesehenen Job hast und nicht arbeiten gehst, dann bist du in den Augen der Gesellschaft wertlos. Die Leute definieren sich über ihren Job und vergessen dabei völlig, dass sie Menschen sind.

Die Europameisterschaft 2021

Zur Zeit findet die Fußball-Europameisterschaft statt und das schon seit meiner Fahrradtour. Ich hab kein Spiel gesehen und denkst du ich hab irgendwas verpasst?

Ich weiß, wie es ist, Fußball zu lieben und zu schauen. Ich hab früher selber Fußball gespielt, Bundesliga, Champions League und die Spiele der Nationalmannschaft geschaut. Aber ist es wirklich so wichtig, interessant und relevant, dass Deutschland 4:2 gegen Portugal gewinnt?

Wir haben ein Buch über Fußball und du weißt es wahrscheinlich selbst – Millionengehälter für die Spieler, Korruption, Leistungsdruck, Schmerzmittelmissbrauch etc.

Natürlich kann Fußball auch Menschen verbinden und oft spielen Menschen aus verschiedenen Teilen der Welt zusammen, aber trotzdem ist dieser Sport in unserer Kultur komplett überbewertet und wird so krass gehyped, da auch viele ihr Geld damit verdienen (Fußballer selbst, Trainer, Manager, sämtliche Mitarbeiter verschiedener Vereine, TV-Sender, Verbände etc.).

Es sind letztendlich 22 Spieler die einem Ball hinterherlaufen und ansonsten nichts relevantes bringen. Komm also mal runter und überleg mal, ob es wirklich ein Weltuntergang ist, wenn deine Lieblingsmannschaft verliert.

Ich jedenfalls fand meine Fahrradtour spannender als die EM zu schauen und/oder auf die Spiele zu wetten, wie es Tausende andere tagtäglich tun 😉

Zum Schluss sind hier noch Panoramabilder, die ich immer besonders cool finde und die auch eigentlich echt nice geworden sind:

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